Je oller, desto toller: Theatergruppe in Bestform

Mit allerhand Neuheiten versehen präsentierte die Theatergruppe der Evangelischen Landjugend von Sulzdorf in diesem Jahr ihr Stück "Je oller, desto toller."

Die wohl auffälligste Änderung waren die neuen Aufführungstermine. Die gewohnten Termine an Dreikönig wurde auf Grund von Faschingsveranstaltungen auf den etwas ruhigeren November vorverlegt.

Die zahlreichen Besucher im Sulzdorfer Gemeindezentrum wurden auch in diesem Jahr von der ersten Vorsitzenden Brigitte Dellert herzlich willkommen geheißen. Sie dankte gleich zu Beginn den vielen Helfern vor, hinter und neben der Bühne für die eifrige Mitarbeit und vergaß auch nicht die Gestalter des Bühnenbilds, die Maske, das Bewirtungsteam und die Sponsoren zu erwähnen.

Zum ersten Mal in der Theatergeschichte der Evangelischen Landjugend gab es keinen Einakter und Dreiakter, sondern ein einziges Stück, einen Vierakter. Und den präsentierten die jungen Akteure unter der Regie von Ralf Seidling mit einer hervorragenden Rollenverteilung und teils akrobatischen Einsätzen überzeugend auf der Bühne.

Alter schützt vor Torheit nicht - das war das große Fazit der Theaterabende. Denn ausgerechnet bei den Feierlichkeiten zu seinem 75. Geburtstag kommen seine beiden Söhne und deren Familien dem Ludwig Reißen (Walter Ortlauf) auf die Schliche. Sein außergewöhnliches Hobby, mit Außerirdischen zu "funken", war auf einmal ein ganz normales menschliches Bedürfnis.

Auf diese galante Art und Weise pflegte der Witwer mitmenschliche Beziehungen zur Venus, der sonst so frommen Pfarrersköchin (Ramona Fell), und zum Mars, der ebenfalls "männerscheuen" Vorsitzenden vom Frauenbund (Silvia Schad).

Aber da die Verwandtschaft ja an wirkliche Außerirdische glaubte und dem Großvater als besonderes Geschenk die Glückwünsche der "grünen Männchen" bescheren wollte, gab es großes Chaos. Die Enkelkinder Olga (Brigitte Dellert) und Xaver (Sebastian Fell) bescherten allerhöchstens Angst und Bestürzung, als sie außerirdisch erschienen. Sogar die sonst absolut zänkischen Schwiegertöchter Hedwig (Elke Weiß) und Resi (Carolin Wirsing) ließen sich hinreißen und versuchten sich ebenfalls als Exoten eines anderen Sterns.

Die Männerwelt im Hause Reißen (Klaus Pötsch und Ralf Unger) und der geschäftstüchtige Bürgermeister (Thorsten Schad) hatten sich so manche Nacht in der unbequemen Wirtsstube um die Ohren geschlagen. Aber einzig und allein zutiefst enttäuscht von den gar nicht außerirdischen Weiblichkeit war der schottische Forscher Winni MC Dudel, den Uwe Schneider kariert im Kilt mit Dudelsack und brillantem Slang darstellte. Und für den Jubilar brach eine neue Zeit an: er "funke" seinen beiden Damen nun nicht mehr, sondern griff zum Telefon und machte sein "Date" mit der unverbrauchten Sabine aus.

Artikel von Ralf Seidling

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